Himeji

Während der Goldenen Woche (viele Feiertage hintereinander, deswegen ist es eine der beliebtesten Urlaubszeiten in Japan) hatte auch ich ein paar Tage frei. Alle haben sie mich für verrückt erklärt, denn in dieser Woche ist ganz Japan unterwegs, aber ich wollte die Woche nutzen um ein bisschen zu Reisen. Und es war ok, an den größten touristischen Aktionen war es zwar teilweise sehr voll… aber irgendwie lief alles geordnet und „sortiert“ ab. Irgendetwas gutes muss die ganze Uniformität ja haben…
Mein erster Stop war Himeji.

Das Schloss

Das ist wohl das touristische Highlight von Himeji, vom Hauptbahnhof aus direkt zu sehen und ca. 15 bis 20 min zu Fuß. Außerdem kann man als Ausländer in der Touristeninfo am Bahnhof Fahrräder kostenlos ausleihen. Wenn man nur das Schloss sehen will, lohnt es sich nicht, da die Stelle um das Rad abzuholen ziemlich genau in der Mitte des Weges vom Bahnhof zum Schloss liegt, aber wenn man etwas mehr Zeit hat, lohnt sich auch der Rest der Stadt.
An vielen japanischen Sehenswürdigkeiten gibts es kostenlose, englische Führungen von Freiwilligen, die ich sehr empfehlen kann. Das japanische Englisch ist zwar nicht immer leicht zu verstehen, aber man bekommt bei einer Führung doch mehr mit als wenn man alleine irgendwo durchläuft. Zumal es die Japaner nicht so mit englischen Erklärungsschildern haben (ab von den großen, touristischen Sachen jedenfalls). In Himeji war aber auch so wenig erklärt. Man bekommt zwar eine Broschüre in die Hand, aber das war es dann auch.

Himeji Castle Collage
Das Schloss aus verschiedenen Blickwinkel und Blick vom Schloss auf die Stadt

Von außen ist das Schloss sehr beeindruckend und auch die Außenanlage ist hübsch, allerdings ist es von innen – vor allem im Vergleich mit den europäischen Schlössern – das Schloss doch eher kahl. Es fehlen einfach die gewohnten Bilder, Wandbehänge und bemalten Wände. Auch Möbel gibt es innen kaum zu sehen, aber der Blick von oben ist super.

Kokoen Garten

In Kombination mit dem Schloss eine echte Empfehlung. Der Garten liegt direkt daneben und ein Kombi-Ticket für beides ist nur ein paar Cent teurer. Außerdem ist so ein japanischer Garten immer eine nette Verschnaufpause. Schatten und ein bisschen Ruhe sind schon was Feines.

Himeji Gardens
Eindrücke aus Kokoen und dem botanischen Garten in Tegarayama

Andere Highlights

Für die meisten (westlichen) Touristen war es das dann wohl auch mit Himeji. Wer allerdings einen Zweiten Tag Zeit hat, dem empfehle ich eine Fahrt auf die andere Seite der Stadt. Dort gibt es ein großes Freizeitgeländer, namens Tegarayama. Hier befinden sich neben einem Vergnügungspark, auch ein botanischer Garten, das Friedensmuseum von Himeji und der Nachbau eines „westlichen“ Schlosses mit Türmchen und Erkern und allem drum und dran. Es ist zur einen Seite offen und man kann über Treppen und so weiter hindurch laufen. Irgendwie ein skurriler Anblick…

Himeji Park
Friedensdenkmal und „Schloss“

Das war so ein Ort an dem man leider merkte, dass hier nicht so viele westliche Touristen hinkommen, denn das Friedensmuseum war nur sehr spärlich in englisch beschildert und auch wenn ich es sehr interessant fand, hatte ich erhlich gesagt nicht die Geduld das alles auf Japanisch zu lesen.

In Tegarayama bin ich dann auch noch in einen Oberschul-Bandcontest geraten. Die Band war nicht schlecht, also bin ich ein bisschen geblieben und habe amüsiert das Publikum beobachtet. In einem abgesperrten Bereich direkt vor der Bühne, standen in Reihe und Glied eine Gruppe Schüler, die sich synchron bewegten. (Da wären wir dann wieder bei der Uniformität.) So sind wohl die meisten Konzerte hier. Das ganze wirkte ziemlich einstudiert. Als Kind der 90er verstehe ich den Reiz von Liedern, die mit ihrem eigenen Tanz kommen – ich sage nur Macarena – aber bei einem Konzert habe ich das so noch nie erlebt…

Das nennt man dann wohl Kulturschock. Kennt ihr solche Situation aus anderen Ländern auch?

Alles Liebe, C

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