Hiroshima

Nach dem Zwischenstop in Himeji ging es für mich direkt nach Hiroshima weiter. Also nochmal ein ganzes Stück in den Süden des Landes. Da ich die Gelegenheit hatte herum zu reisen, wollte ich mir Hiroshima  nicht entgehen lassen. Hiroshima gehört zu diesen Städten, von denen jeder schon einmal gehört hat, auch wenn es in diesem Fall leider nicht aufgrund eines freudigen Ereignisses ist.

Friendenspark

Hiroshima Peace Memorial
Friedensdenkmäler und Kraniche

 Mein erster Stop war demnach der Friedenspark in Hiroshima. Ich blieb eine Weile am Atomdom stehen und obwohl drum herum das Leben sprudelte, hat dieser Ort doch etwas Ruhiges und Nachdenkliches an sich. Der Atomdom ist eines der wenigen Gebäude in Hiroshimas Innenstadt, das nach dem Atombombenabwurf noch stand, da er sich fast genau unter dem Epizentrum der Bombe befunden hat. Man hat lange diskutiert, ob der Dom in seinem aktuellen Zustand als Mahnmal erhalten bleiben soll, oder ob man ihn abreist. Persönlich glaube ich, dass es eine gute Entscheidung war ihn stehen zu lassen. Sich im Nachhinein auch nur annähernd vorzustellen wie es in Hiroshima war, ist unglaublich schwer und so bekommt man zumindest einen kleinen Einblick.
Danach ging es vorbei an dem Denkmal für die im Krieg mobilisierten Studenten, die Aufräumarbeiten in der Stadt leisteten und an dem Denkmal für die Kinder, die unter dem Atombobmenabwurf gelitten haben. Auf dem Denkmal sieht man ein junges Mädchen, über dem ein Origami-Kranich schwebt. Das Mädchen ist Sadako Sasaki und steht symbolisch für alle Atombombenopfer, aber besonders die Kinder. Beim Atombombenabwurf war sie knapp zwei Jahre alt und überstand ihn scheinbar unbeschadet. Fast zehn Jahre später stellte man bei ihr allerdings Leukämie fest. Laut einer japanischen Legende bekommt man, wenn man 1000 Kraniche faltet, einen Wunsch erfüllt. Also faltete Sadako Kraniche aus allem, was ihr an Papier unter die Finger kam und in allen Größen (die kleinsten sind nur ein paar Millimeter groß und sie hat sie mit Nadeln gefaltet). So sind weit über 1000 Kraniche entstanden, doch Sadakos Wunsch wieder gesund zu werden hat sich nicht erfüllt. Ihre Klassenkameraden haben dann, ebenso wie hunderte japanischer Schulkinder, Spenden gesammelt und so das Denkmal finanziert.
Ein paar ihrer gefalteten Kraniche kann man im Friedensmuseum von Hiroshima sehen. Sadakos Geschichte ist wohl die bekannteste unter den unzähligen, über die man im Friedensmuseum etwas erfahren kann. Das Museum erzählt über persönliche Gegenstände sehr eindringlich die Ereignisse von Hiroshima und über das Leid der Bevölkerung. Es ist ein Ort an dem der Opfer gedacht wird. (Da das Museum gerade umgebaut wurde, konnte ich allerdings auch nur ein Teil der Ausstellung sehen.)
Erklärungstafeln im Museum gibt es sowohl auf Englisch, als auch auf Japanisch. Außerdem gibt es die Möglichkeit sich einen Audioguide auszuleihen. Diesen gibt es sogar auf Deutsch und ich kann ihn nur empfehlen, da er detailliertere Informationen enthält. Für das Museum würde ich Zeit einplanen. Es ist definitiv kein Ort an dem man mal schnell durchhuscht und nur einen Blick auf die Ausstellungsstücke wirft. Vielmehr muss man sich Zeit nehmen, aufmerksam die Tafeln lesen und eventuell dem Audioguide lauschen.

Shukkei-en Garden

Hiroshima Park
Shukkei-en

Den zweiten Teil des Tages verbrachte ich im Shukkei-en, einem historischen Garten in der Innenstadt. Der Garten hat mir gut Gefallen und ist ein angenehmer Ort der Ruhe. Besonders schön fand ich, dass es hier viele kleine Hütten gab, in denen man sich an einen schattigen Platz setzen und einfach den Blick ins Grüne genießen konnte. Ich habe unterwegs einige japansiche Gärten gesehen und dieser gehört zu meinen Favoriten.

Hiroshima hat außerdem zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten, ein Schloss, Museen und so weiter. Ich denke es würde sich lohnen etwas länger als zwei Tage zu bleiben, zumal man einen Tag reservieren sollte um nach Miyajima zu fahren. Doch dazu mehr in einem späteren Post.

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Kurioses Intermezzo in Hiroshima: Das World Beer and Gourmet Stadium. Hier gab es Bier und Spezialitäten aus aller Welt und ich habe sogar zwei (hoffentlich) echte Bayern in Lederhosen gesehen. Leider hab ich verpasst die Beiden zu fotografieren, aber dafür hab ich diese japansichen Flamencotänzerinnen erwischt.

Alles Liebe, C

 

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