Hiddensee: die Ostseeinsel zum Entspannen

Hallo,
nach einem Urlaub auf der schönen Ostseeinsel Hiddensee melde ich mich nun entspannt zurück. Nach 10 Übernachtungen auf der relativ kleinen Insel haben wir viel erlebt, sind ab und zu mal neue Wege gegangen und haben und altbewährte Plätzen nochmal besucht.

Der Hiddensee-Besuch

Wer nach Hiddensee fährt lässt sein Auto hinter sich und setzt mit der Fähre von Stralsund oder Schaprode aus über. Wir finden die Zuganbindung zum Stralsunder Bahnhof sehr praktisch, allerdings dauert die Fährfahrt dann mehr als 2 Stunden – Entschleunigen während der Anreise ist also inklusive.

Auf der Insel befinden sich 4 Orte (von Süden nach Norden): Neuendorf, Vitte, Kloster und Grieben. Die Fähre aus Stralsund fäht immer zuerst Neuendorf an (hier steigen die Gäste, die nach Kloster oder Grieben wollen in eine andere Fähre um) und danach nach Vitte, wo wir uns immer eine Unterkunft gesucht haben. Auch dieses Jahr (es war der vierte Inselbesuch) haben wir uns für den zentral gelegenen Ort Vitte entschieden. Die Fähranbindung, das Vorhandensein eines Edeka, die Auswahl der Unterkünfte und Restaurants haben uns überzeugt. Vitte bietet vom Sternehotel über Ferienwohnung bis zum einfachen Zimmer alles. Zudem befindet sich hier auch das Zeltkino, ein Puppentheater, kleine Läden (um Postkarten zu kaufen) und ein schöner Strand.

Postkarten am Strand
Postkarten am Strand

Der nahe gelegene Ort Kloster hat zwar auch einen Strand, das Inselmuseum und viele Unterkünfte ebenso wie ein paar Einkaufsläden, aber dort ist der Strand mit großen Wackersteinen geschützt, was wir für jeden Tag nicht so schön fanden. Es ist zwar nicht so, dass wir in die Ostsee gegangen wären, aber am Strand, ganz nah am Wasser zu spazieren ist trotzdem eine sehr angenehme Fortbewegungsart, die ich nicht missen möchte. Neuendorf weiter im Süden hat einen sehr schönen Strand und mehrere Veranstaltungshäuser (Sandorn-Themennachmittage oder ähnliches findet dort statt), ist aber gefühlt sehr klein. Noch kleiner ist der nördlichste Ort namens Grieben, der gefühlt aus einer handvoll Häusern und 3 Restaurants besteht – der Eindruck kann allerdings täuschen, da wir durch Neuendorf und Grieben meistens nur mit geliehenen Fahrrädern durch fahren.

Geschnitzte Schafherde bei Kloster
Geschnitzte Schafherde bei Kloster

Hiddensee hatte für mich immer eine sehr entspannte Atmosphäre, da Autos eigentlich auf der Insel verboten sind (Ausnahmen wie Arzt und Post fällt ja nicht weiter auf). Dieses Jahr war aber sehr viel mehr Autoverkehr durch Bauarbeiten (Reparatur und Neubau) auf der Insel unterwegs. Im Vergleich zu den Fahrradfahrern sind sie natürlich in der Unterzahl gewesen, aber sonst musste man als Fußgänger oder Radfahrer der üblichen Pferdekutsche aus dem Weg gehen, inzwischen waren es mehrere Elektro- und Baufahrzeuge.

Fernab der Straße, auf dem Deichweg, dem Dünenweg oder direkt am Strand, war von dem motorisierten Verkehr dann nichts mehr zu spüren. Dafür pfiff uns der Wind mal stärker und mal schwächer um die Ohren. Ich finde es schön, die Ostsee nicht nur im strahlenden Sonnenschein zu sehen (was ich natürlich trotzdem genossen habe) sondern auch aufgewühlt, mit hohen Wellen und viel Wind. An den Tagen sind wir auch spazieren gegangen, haben uns dann aber nicht zum Lesen an den Strand gelegt, das wäre uns doch etwas zu kalt geworden.

Wellengang der Ostsee vor steinigem Strand
Stürmische Ostsee

Am regnerischen Tag habe ich meine bessere Hälfte dann nach Stralsund ins Ozeaneum und das Meeresmuseum gezerrt mitgenommen. Beides an einem Tag ist viel, man schafft es aber ganz gut, vorausgesetzt man ist gewillt die Fähre um 6:50 Uhr in Vitte zu nehmen und sich bis 17:35 Uhr in Stralsund die Zeit zu vertreiben. Andere Fährfahrtzeiten gibt es im Herbst nämlich nicht. Ich als Aquariums-Liebhaber fand es auf jeden Fall wieder sehr interessant in den beiden Museen und kann einen Besuch (egal in welchem) nur sehr empfehlen. Kleiner Tipp am Rande: man kann beim Kauf der Fährfahrkarten einen Kombi-Rabatt für das Ozeaneum oder das Meeresmuseum bekommen. Wir haben uns für den Rabatt auf die Ozeaneum Karten entschieden, da wir uns so nicht an der regulären Kasse anstellen mussten, sondern unsere Kombi-Tickets an der Ozeaneum-Information in richtige Eintrittskarten eintauschen konnten. Das hat sich bei der recht langen Schlange wirklich gelohnt.

Sonnenaufgang bei der Fährfahrt nach Stralsund
Sonnenaufgang bei der Fährfahrt nach Stralsund

Der obligatorische Fahrradausflug ans südliche Ende der Insel (so weit wie man an die Naturschutzlandschaft ran darf) durch Neuendorf und am kleinen Leuchtturm vorbei belohnt einen mit wunderschönem, mit Muscheln durchzogenem Sand und sehr wenigen anderen Touristen. Möchte man nicht durch den Wald mit dem sandigen Wegen fahren, kann man auch am boddenseitigen Ufer kann man mit dem geliehenen Fahrrad durch die Gegend fahren und sich dort die Schafherden und Vogelschwärme anschauen.

Grüne Graslandschaft auf Boddenseite von der Ostseeinsel Hiddensee
Blick: Bodden vor Hiddensee
Heller Strand mit Blick zur Ostsee wo zwei Segelboote fahren
Südlicher Strand vor dem Naturschutzgebiet

Ans nördliche Ende der Insel sind wir ebenfalls gewandert: am Strand nach Kloster, durch den Ort und im Wald dem Weg zum großen Leuchtturm gefolgt. Nach genießen der Aussicht ging es fernab der Abbruch gefährdeten Steilküste auf Pfaden zum nord-östlichen boddenseitigen Strand. Nach einer halben Stunde Sonne und reichlich Wind sind wir durch Grieben und Kloster zurück nach Vitte gelaufen. Tagestouren sind also auf jeden Fall möglich. Am schönsten ist es dann den erfolgreichen Tag mit einem Besuch im Lieblingsrestaurant (Auswahl gibt es ja genug) bei Sanddornsaft und Fischgericht abzuschließen.

Hiddensee Leuchtturm bei Sonnenschein mit Blick auf die Ostsee
Blick auf den großen Leuchtturm im Norden Hiddensees

 

Fazit

In den nächsten Urlauben geht es erstmal nicht mehr nach Hiddensee, da wir eine Liste mit anderen Reisezielen haben. Aber die entspannte Ostseeinsel ist auf jeden Fall einen Besuch wert, wenn man auf kleine Orte, verschiedene Wandermöglichkeiten, keine Schickimicki-Läden / Bars und viel Strand Lust hat. Den kleinen Urlaubsbericht zum Sommerurlaub auf Hiddensee findest Du hier. Noch mehr Reiseziele sind hier zusammengetragen.

Welches ist Dein liebstes Urlaubsziel? Muss es für Dich immer ein neuer Ort / Land / Gegend sein, oder verschlägt es Dich auch mal an den gleichen Urlaubsort?

Viele Grüße
Tea

2 Gedanken zu „Hiddensee: die Ostseeinsel zum Entspannen

  1. Sehr schön geschrieben!!! Ich genieße es auch immer sehr, auf der Insel einfach einen Gang runter zu schalten.
    Im Mai hatten wir unsere Räder mit in Vitte und sind den Norden u Süden abgefahren. Zur Stärkung eine Fischsuppe oder ein Fischbrötchen…und wir waren seelig.
    Morgens fuhr mein Mann immer nach Kloster zum Bäcker, um Frühstücksbrötchen und leckere Kuchen für die Kaffeestunde zu ordern…,wenn ich daran denke, könnte ich schon wieder losfahren!

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