Ruth Hogan: The Keeper of Lost Things

Selten habe ich so ein schönes Buch gelesen. Und das gilt für Innen genauso wie für Außen.  „The Keeper of Lost Things“ von Ruth Hogan ist eine weitere Entdeckung vom BücherBrunch und hat mich ebenso begeistert wie ‚Daddy-Long-Legs‘ – vielleicht sogar noch etwas mehr.

Anthony Peardew hat vor mehr als 40 Jahren etwas verloren, dass ihm Lieb und Teuer war. Dies motiviert ihn verlorengegangene Dinge aufzuheben und mit nach Hause zu nehmen. Dort versieht er sie mit einem Zettel auf dem er genau notiert, wann und wo er sie gefunden hat und bewahrt sie auf – immer in der Hoffnung sie eines Tages ihrem Besitzer wieder geben zu können. Denn er hofft, dass auch das was er verloren hat eines Tages zu ihm zurück findet. Leider ist ihm dies zu Lebzeiten nicht mehr gegönnt und so überträgt er sowohl diese Aufgabe, als auch sein Haus seiner Assisstentin Laura. Zunächst überwältigt sie das ganze Zimmer voll mit losen Knöpfen, einzelnen Handschuhen, Puzzlestücken und einer Keksdose voller Asche. Doch mit Hilfe ihrer neuen Freundin Sunshine – einer jungen Frau aus der Nachbarschaft – und des Gärtners Freddy nimmt sie sich Schritt für Schritt den Fundstücken an. Dabei beglückt sie nicht nur diejenigen die etwas verloren haben, sondern gewinnt auch selbst an Leben zurück. Nach einer unglücklichen Ehe hatte sie eine Mauer um sich errichtet, die sowohl Sunshine als auch Freddy nach und nach zum Brökeln bringen.

Jeder verlorene Gegenstand hat dabei seine eigene Geschichte. Ein paar davon erfahren wir in dem Buch. So auch die Geschichte von Eunice, der Besitzerin der Keksdose. Wir folgen ihr von ihrem Vorstellungsgespräch als Assisstentin eines Publizisten 40 Jahre zuvor, zu der wunderbaren Freundschaft die sich zwischen den Beiden entwickelt, über einseitige Liebe bis hin zum Verlust ihres besten Freundes.

Ich liebe, wie die verlorenen Gegenstände in diesem Buch eine Verbindung zwischen den handelnden Personen schaffen. Die Geschichte berührt, hat Humor und ist einfach nur schön. Auch die klare Sprache der Autorin gefällt mir sehr gut. Ihr gelingt es wunderbar Personen zu schaffen, die man trotz ihren Fehlern und vermeintlichen Unzulänglichkeiten, einfach mögen muss. Besonders habe ich Sunshine und ihre positive Sicht auf die Welt ins Herz geschlossen. Die junge Frau mit Downsyndrom, der es manchmal fällt schwer sich ihrem Umfeld mitzuteilen und die sich aufgrund einer leichten Dyslexie ihre eigenen Wörter schafft. So wird aus John Bon Jovie schnell John Bon Hovis oder aus Saussage Rolls, Saussage Rollovers. Für andere ist sie deshalb nicht immer leicht zu verstehen und wird deshalb nicht so ernst genommen, wie sie es sich wünscht. Die Anderen haben zudem die nervige Angewohnheit ihr nur halb oder gar nicht zu zu hören. Dies ist für sie frustierend – besonders dann wenn es doch so wichtig wäre. Denn Sunshine hat ein Gespür für Gefühle und so auch die Geschichten der Fundstücke und es ist zu einem großen Teil auch ihr Verdienst, dass Anthonys verlorener Gegenstand wieder gefunden werden kann.

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